Rückblick

Aktuelles aus Österreich und der Welt im April 2006

Die Straße ist der Hasen Tod

Der Straßenverkehr wird für Hasen immer gefährlicher, warnt der Verkehrsclub Österreich. Im Vorjahr kamen 37.300 Hasen unter die Räder, um 5.000 mehr als im Jahr davor! Der VCÖ weist darauf hin, dass der Feldhase in Österreich bereits auf der „roten Liste“ steht, also akut vom Aussterben bedroht ist. Die Dunkelziffer der Hasen, die im Straßenverkehr ihr Leben lassen liegt wahrscheinlich noch höher. Am gefährlichsten sind für Hasen die Straßen in Niederösterreich. Der VCÖ fordert einen Straßenbaustopp in Naturgebieten.

Rund um Ostern sind Hasen viel unterwegs. „Nach der langen Winterzeit finden die Hasen endlich Nahrung und sind entsprechend aktiv. So beliebt Hasen bei Kindern sind, so sehr sind Autos und Laster ihr Feind. Täglich kommen derzeit in Österreich rund 200 Hasen unter die Räder. Die Zunahme des Straßenverkehrs hinterlässt im Tierreich eine Blutspur“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest.

Die offizielle Jagdstatistik zeigt, dass im Vorjahr 37.373 Hasen durch den Straßenverkehr ums Leben kamen, um 5.000 mehr als im Jahr zuvor. Der VCÖ weist darauf hin, dass es in Niederösterreich die meisten Opfer gab: 16.702 Hasen kamen hier unter die Räder. Auch Oberösterreichs Straßen sind für Hasen gefährlich: 9.996 Mal wurde im Vorjahr ein Hase von einem Pkw oder Lkw tödlich getroffen.

Der VCÖ weist darauf hin, dass das größer werdende Straßennetz den Lebensraum der Tiere immer mehr einengt. Das offizielle Straßennetz Österreichs (ohne Forststraßen und Güterwege) weist eine Länge von rund 110.000 Kilometer auf. Untersuchungen des VCÖ ergaben, dass sich im 20 km2 großen Aktionsraum eines Feldhasen im Durchschnitt 60 km Straßen befinden. „Beim Straßenbau wird auf die Lebensräume von Tieren zu wenig Rücksicht genommen“, kritisiert VCÖ-Sprecher Gratzer. Der VCÖ fordert, dass einen Straßenbaustopp in schützenswerten Naturgebieten.

Denn auch für andere Tiere ist der Straßenverkehr eine tödliche Gefahr. 39.500 Rehe und 14.600 Fasane wurden im Vorjahr Opfer des Straßenverkehrs. „Während Hasen vor allem im Frühjahr unterwegs sind, ist mit Rehen in der Abend- und Morgendämmerung zu jeder Jahreszeit zu rechnen“, macht VCÖ-Sprecher Gratzer aufmerksam. Der VCÖ fordert zudem mehr Grünbrücken. Grünbrücken ermöglichen es dem Wild, Straßen sicher zu überqueren.

VCÖ: Zahl der im Straßenverkehr getöteten Hasen stark gestiegen
Österreich: 37.373 (plus 5.078)
Niederösterreich: 16.702 (plus4.693)
Oberösterreich: 9.996 (minus 345)
Burgenland: 5.190 (plus 388)
Steiermark: 3.957 (plus 186)
Salzburg: 843 (plus 107)
Kärnten: 554 (plus 58) Wien: 76 (minus 8)
Tirol: 40 (minus 21)
Vorarlberg: 15 (plus 11)
Quelle: Jagdstatistik, VCÖ 2006

Gamsbart, Grandln und Geweihe

Das jagdliche Brauchtum in Niederösterreich. Ein filmischer Pirschgang, der gewachsene, gelebte Tradition, Kurioses und fast vergessenes als „Beute“ einbrachte. Aus der Dokumentationsreihe „Erlebnis Österreich“, präsentierte das ORF Landesstudio Niederösterreich am 10.3.2006 gemeinsam mit dem Niederösterreichischen Landesjagdverband den Film „Gamsbart, Grandln und Geweihe“. Ausgestrahlt wurde der Film österreichweit am 11.3.2006 in ORF 2.

Mehr als 180 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Jagdwesen waren am 10. März 2006 bei der Präsentation der ORF TV Dokumentation „Gamsbart, Grandln und Geweihe“ im Raiffeisensaal des RZB-Gebäudes in Wien erschienen. In eindrucksvollen Bildern wurde das Weidwerk Niederösterreichs einmal von einer ganz anderen Seite gezeigt: Von der kulinarischen, künstlerischen und handwerklichen Seite; als Teil der Volkskultur und unser aller Geschichte. Wer über die Jagd und von Jägern spricht, meint heute oft nur das Erlegen von Wild. Doch das ist eigentlich nur eine von vielen Facetten – die Hege des Waldes zählt seit jeher ebenso zu den Aufgaben der Jäger wie die Pflege zahlreicher Bräuche und Traditionen. Der Film spannte den Bogen von der den Jägern eigenen Sprache bis hin zur speziellen Ausrüstung der Jäger, von der vielfältigen Jagdhornmusik bis zur Zubereitung schmackhafter Wildgerichte.

Der Niederösterreichische Landesjagdverband vertritt die Interessen von mehr als 33.000 Jägerinnen und Jäger. Als einziges Bundesland, in dem praktisch alle in Österreich beheimateten Wildarten vorkommen, spielt das Weidwerk eine große Rolle. Es umfasst zahlreiche Bereiche, die von der „grünen Zunft“ als jagdliches Brauchtum und auch als Jagdhandwerk bezeichnet werden: Vom komplizierten Binden eines Gamsbartes bis zur Erzeugung dekorativen Jagdschmucks, vom kunstvollen Schnitzen eines Trophäenschildes bis zum aufwändigen Schneidern einer Hirschlederhose…

Nadja Mader und Detlev Schürr unternahmen – mit der Kamera bewaffnet – einen Streifzug durch niederösterreichische Reviere und Regionen, immer auf der Jagd nach Sitten und Gebräuchen.

In Lunz am See begegnete ihnen der letzte Lederhosenmacher des Landes. In Weins bei Persenbeug einer der wenigen gewerblichen Messerschmiede. Im Höllental ein Schilder schnitzender Jäger sowie eine passionierte Schützenscheibenmalerin. Im Traisental wiederum eine der heute schon seltenen Bartbinderinnen. Die Journalisten verfolgten eine stimmungsvolle Streckenlegung in Wildendürnbach und die festliche Landes-Hubertusfeier der blau-gelben Jägerschaft in Herzogenburg. Sie schwangen das Tanzbein auf dem Parkett des noblen Jägerballs in der Hofburg in Wien und tanzten auf einem ganz und gar außergewöhnlichen, urig-rustikalen Jägerkränzchen in Naßwald. Sie lauschten den Klängen von Jagdhornbläsern beim Landeswettbewerb in Purgstall an der Erlauf und schmunzelten über Liedtexte von Gesangsgruppen in den Donauauen. Und sie gingen den oft gestellten Fragen nach, „wann denn ein Grünrock den Hut auf dem Kopf behält und wann nicht, und zu welchen Anlässen man „Weidmannsheil“ oder „Weidmannsdank“ sagt. Denn die Pflege und die Präsentation jagdlichen Brauchtums, die Einhaltung von Geboten, das weidgerechte Verhalten der Jäger untereinander und das entsprechende Auftreten in der Gesellschaft sind letztlich die Visitenkarten der Jägerschaft schleichthin.

„Der Mensch braucht Rituale und Zeremonien“, sagt auch der bekannte Soziologe und Kulturwissenschafter Univ.Prof. Dr. Roland Girtler, Autor zahlreicher Standardwerke, den das ORF-Team ebenso befragte wie andere Experten in Sachen kultureller Werte und Umgangsformen. „Gamsbart, Garndln und Geweihe“ war ein filmischer Pirschgang, der gewachsene, gelebte Tradition, Kurioses und fast Vergessenes als „Beute“ eingebrachte. Das jagdliche Brauchtum in Niederösterreich – eben so facettenreich wie die das Weidwerk selbst.

Wild-Eck

Hasenpfeffer

Zutaten:
1 Kaninchen, junger Hase ca. 500 g
1 Karotte
2 Stangen Staudensellerie
3 Knoblauchzehen
1 Zweig Rosmarin
3 Lorbeerblätter
500 ml Rotwein
250 ml Rindsuppe
6 EL Öl

Zubereitung:
Der zerteilte Hase wird gewaschen und abgetrocknet und die Sehnen entfernt. Die Karotte und Selleriestangen werden grob zerkleinert. Die Knoblauchzehen halbieren. Der Rosmarinzweig wird mit den beiden Lorbeerblättern zusammengebunden. Nun wird alles mit dem Fleisch zusammen in eine Schüssel gegeben und mit dem Rotwein angegossen. Diese Marinade bleibt abgedeckt an einem kühlen Ort 24 Std. stehen.
Das Fleisch dann herausnehmen, abtrocknen und mit Mehl bestäuben. Die Marinade durchsieben, Wein und Gemüse bereitstellen. In einer Bratpfanne das Olivenöl erhitzen, die Fleischstücke rundum kräftig anbraten, salzen und pfeffern und dann die Temperatur verringern. Das Gemüse, der Knoblauch und die Kräuter werden mit angedünstet, der Rotwein und 250 ml Rindsuppe angießen. Die Bratpfanne zudecken und das Fleisch bei geringer Temperatur etwas 2,5 Std. weichschmoren. Zum Schluss das Fleisch und das Kräutersträußchen herausnehmen, die Sauce pürieren und abschmecken und mit dem Fleisch zusammen servieren.

Zubereitungszeit ca. 20 min

Aktualisiert: 19.04.2006